Audio-Interview Fivebar

Wie werdet Ihr anreisen?
Luciano hat zwei Busse vom FC St. Pauli organisiert, einen für Fightclub, einen für Fivebar, nach der Arbeit sammeln wir einfach alle ein und düsen dann los.

Habt Ihr besondere Aktivitäten geplant während dem Wochenende, wie grillen, oder Ähnliches?
Wir haben nichts direkt geplant, man hat auch gar nicht so viel Zeit ringsherum. Wir wohnen in einem Bungalow, teilen da alles etwas auf, wer z.Bsp. fürs Essen zuständig ist.

Du wirst dann kochen?
Ja, ich werde das auf jeden Fall gerne übernehmen. Außerdem wird z.Bsp. Stefan Engelhardt mit dabei sein, der uns tatkräftig unterstützt.

Ist er Euer Coach?
Nein, Coach würde ich jetzt nicht sagen. Coach wäre jemand, der die Aufstellung machen würde und alles dirigieren würde, das wollten wir nicht, weil wir das alles relativ gemeinsam entscheiden. Jeder darf mitentscheiden. Klar, ich hab so ein bisschen die Moderator- und Notfallentscheidungsgewalt in meiner Hand, aber prinzipiell kann jeder seinen Senf dazugeben und alle, die sich zumindest dafür interessieren, segnen die Aufstellung oder wichtige Entscheidung mit ab. Aber es ist eher so, dass Moritz und ich als Captain-Duo die Aufgaben übernehmen. Ich bin Captain, Moritz ist Co-Captain, dabei erledige ich eher den organisatorischen Kram, aber wir teilen natürlich Sachen auf.
Stefan ist offiziell unser Support, kümmert sich um das drumherum während den Spielen, ist auch Schriftführer. Das System bei der Bundesliga ist nicht ganz einfach und das ist sehr unangenehm, wenn man spielt und sich darum noch kümmern muss. Da ist es gut, wenn jemand dabei ist, der sich da sehr gut auskennt, der Bock drauf hat und aufpasst, dass da ja nix schief geht. Fehler führen schnell zum Satzverlust. Das sind Punkte, die willst du nicht verlieren und deswegen haben wir da Stefan als Unterstützung.

Wie habt Ihr die Aufsplittung in eine reine Herrenmannschaft verkraftet? Ihr habt euch ja mit Nele, Maura, Wiebke und Mira qualifiziert.
Das ist für uns sehr schade, in der Landesliga sind gemischte Teams erlaubt, in der Bundesliga nicht. Wir hätten gerne mit ihnen auch Bundesliga gespielt. Die spielen auch alle selbst schon in Damen-Bundesligateams und wir haben eben für die Bundesliga neue Leute suchen müssen. Dadurch fanden wir über Moritz Arne Borck in Bremen und Matti hatte auch Bock. Wichtig ist bei uns, dass alle gut miteinander können. Das steht bei uns noch über Leistung, das hebe ich ganz besonders hervor. Wenn wir in der Mannschaft über neue Spieler beraten, darf jeder sein Veto einlegen und selbst bei der Teamzusammenstellung für die Herrenbundesliga hätten die Damen ihr Veto einlegen können, wenn sie wollen. Wenn irgendjemand gesagt hätte „Nee, den kann ich mir nicht vorstellen“, dann ist der auch nicht dabei. Dadurch kommt es zu diesem Teamgefüge, das sehr positives Feedback innerhalb der Mannschaft hat und von außen bekommen wir das auch. Wir waren sogar im Urlaub gemeinsam, als Fivebar. Es konnten nicht alle, aber wir waren zu siebt in einem Haus in Dänemark, natürlich mit Kickertisch! Wir haben da fern von anderen Menschen vier Tage gekickert, uns gegenseitig bekocht und waren auf den Dünen unterwegs. Das hat allen richtig viel Spaß gemacht und das wollen wir auch wiederholen.

Dürfen da auch die Neuen mit?
Ja, ich denke alle die ein Fivebar-Trikot tragen, dürfen da auch mit. Dort haben wir auch oft über die zukünftige Mannschaft diskutiert. Es ist unglaublich schwer in so einer kleinen Szene, wie der Kicker-Szene, Menschen zu finden, wo es menschlich und spielerisch passt. Aber bisher sind wir da ganz gut gefahren und würden das gerne auch weiter so machen.

Sehr sympathisch! Woher kommt das Logo und der Mannschaftsname? Warum nicht Twobar?
Was das Logo und Namen angeht, generell Gründung des Teams, da war Manuel Seiffart immer ganz vorne. Ich war gerade frisch bei Cim Bom Bom, Manuel war bei Fightclub, Steven war bei Fightclub, Olaf war bei Kickerkartell, Maura war noch bei Teilchenbeschleuniger, Marlon noch bei Bagaluten, aber wir hingen alle viel im Lattenkamp rum und haben dort zusammen gekickert. Und dann kam Manuel Seiffart auf die Idee ne eigene Mannschaft zu gründen. Ich wurde nicht gefragt, weil ich gerade frisch bei Cim Bom Bom war.
Diese fünf Gründungsmitglieder sind die Basis für den Namen „Fivebar“. Es gab damals tatsächlich ne große Debatte zwischen den Namen „Fivebar“ und „Schlachthof“, welchen viele ganz schrecklich fanden, es gab aber auch viele Befürworter. Zum Glück hat „Fivebar“ knapp gewonnen.

Zum Glück! Wie war dann der weitere Verlauf?
Fivebar konnte dann direkt in der dritten Liga starten, sind auch direkt in die zweite aufgestiegen und dort bin ich von Cim Bom Bom dazugekommen. Damit waren wir schon zu sechst. Manuel hatte das Logo aus dem Superman S entwickelt. Als Ben und Moritz von FC St. Pauli kamen, die sich auch sehr stark mit ihrem FC St. Pauli Hintergrund und dem Verein identifizieren, hat Ben das Logo zu einer Mischung aus dem alten Fivebar Logo und dem FC St. Pauli Logo weiterentwickelt.

Habt ihr einen Schlachtruf?
Da haben wir noch nichts gefunden, was auch authentisch ist. Momentan ist es nur „Fivebar“. Das steht noch auf der Liste, aber wie man auch an vielen anderen Mannschaften sieht, es ist gar nicht so einfach einen richtig geilen zu finden. Wir machen schon einen Kreis, Moritz oder ich versuchen noch ne kleine Motivationsgeschichte rauszuhauen, aber einen Schlachtruf haben wir noch nicht.

Erstes Spiel gegen die Gadgettos, ne Hamburger Mannschaft. Begegnet Ihr denen anders als anderen Mannschaften?
Ist natürlich doof, weit weg zu fahren, um dann doch gegen Hamburger zu spielen, aber da weiß man auch was kommt. Sonst ist das ja häufig in der Bundesliga anders. Klar, hat man auch da den ein oder anderen schon mal gesehen, aber bei den Hamburgern spielt man ja zweimal die Woche gegeneinander, da wird natürlich viel mit Wissen gearbeitet. Aber sonst, schätze ich die Gadgettos so ein, dass die auch Bock haben nen fairen, harten Kampf zu liefern. Ich denke wir begegnen uns auf Augenhöhe. Ist auf alle Fälle auch ein hartes Los mit Gadgettos und Göttingen, das sind die Mannschaften, gegen die es auch am schwierigsten wird.

Letzte Worte?
Wir freuen uns natürlich, der neue Modus ist sehr spannend. Man muss schon in den ersten Spielen alles geben, um überhaupt noch um den Aufstieg spielen zu können. Früher konnte man in der Hinrunde seine B- Mannschaft schicken und mit einer starken Rückrunde dennoch alles erreichen. Wir wollen in der Hinrunde schon in die Top 2 unserer Gruppe kommen, damit wir um den Aufstieg spielen können. Leider haben wir in der Hinrunde nur Leo- und Ullrich-Tische, das ist ein wenig langweilig für die Multi-Table-Experten. Wir hätten gerne Bonzini gehabt, Tornado gibt es in der zweiten Bundesliga überhaupt nicht. Auf Multi-Table hatten wir in unserem Training besonders geachtet. Zwei verschiedene Tische nebeneinander gestellt und die Sätze darauf abwechselnd gespielt.

Vielen Dank an Richie für das sehr nette & ausführliche Interview! 🙂